
Viel Wasser soll man trinken. Meint Distelmeyer. Obst und Gemüse dürfen selbstverständlich auch nicht vergessen werden. Ohnehin scheint es für ihn wichtig zu sein, dass es dem Publikum gut geht: Es werden 1,5 Liter Flaschen Volvic in die Fan-Traube gereicht. Das kommt gut an. Von Wehmut ist nicht viel zu spüren. Distelmeyer, Rattay, Precht und Albrecht grinsen und lachen viel, geben sich Timings und feuern sich gegenseitig an.
Die Band hat wirklich Spaß. Distelmeyer hat nebenbei in den letzten Konzert-Jahren gefallen daran gefunden, Elvis als Inspiration zu sehen. Die Bein- und Hüftarbeit sowie das Schwingen der Gitarre erinnert stark an Presley. So fragt Distelmeyer nach einem tollen Apfelmann-RocknRoll-Outro: „Steht ihr auch auf RocknRoll?“
Es sind diese Kleinigkeiten, die man sympathisch findet und das Konzert besonders machen: Kurze Kommentare, Dialoge mit dem Publikum, die Spielfreude der Band oder die Neu-Interpretation von Liedern. „Armer Irrer“ als Akustikversion.
Das Highlight schlechthin war der Kurzauftritt von Eike Bohlken. Dieser gründete mit Rattay und Distelmeyer die Band, stieg jedoch nach der LP „“L´Etat Et Moi" aus. Sehr bescheiden betrat er mit seinem Bass die Bühne und blieb leider nur für Penismonolog und Zeittotschläger. Ziemlich gut.
Ein Vorgeschmack auf die unvermeintliche Distelmeyer-Solo-Show war „Tausend Tränen tief“. Es ist vorstellbar, dass sich die Bühnenpräsenz ähnlich lässig und tänzelnd gestalten wird wie in diesem Augenblick. Es scheint zu stimmen: Rauchen macht sexy und cool.




Was bleibt? Blumfeld waren eine sehr gute Live-Band. Ihre LPs waren allesamt wunderbar, weil anders, unterschiedlich und immer bewegend. Es ist ein „angenehmes“ Gefühl, wenn sich eine Band mit Wehmut verabschiedet. Sie schätzt und respektiert das Publikum.
Danke, Blumfeld.

3 Kommentare:
Ja, genau so war das. Jochen Distelmeyer werden wir früher oder später vielleicht wiedersehen. Eigentlich ist er zu jung, um in Rente zu gehen.
Es ist traurig traurig. Das Konzert war toll! Ich habe einige Tränen wegdrücken müssen und konnte leider nicht bis zum Schluss bleiben (der Babysitter musste ins Bett, schade). So tolle Platten... ich bin wohl einer der wenigen, dem die letzten 4 Platten besser gefallen als alles davor.
Lieber bosch, natürlich werden wir Jochen solo erleben - soweit ich weiss, ist das genau der Grund, wieso er Blumfeld aufgelöst hat.
Der Grund für die Bandauflösung ist in den interviews recht schwammig gewesen. Woher hast Du denn diese "interne" These aufgeschnappt? Natürlich kann es sein, dass er keine Lust auf dieses Band-Ding hat. Obwohl: Text & Musik hat Distelmeyer ja schon allein begeisteuert. ...
Soweit.
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